#70 Aufstieg und Fall des Engelbert von Berg

Engelbert von Berg ist vieles Anfang des 13. Jahrhunderts: Graf, Herzog, Erzbischof und Reichsverweser – auf dem Weg dahin machte er sich aber viele Feinde

Engelbert von Berg, Erzbischof von Köln (1216-1225) und Herzog von Westfalen, war eine prägende Figur des Hochmittelalters, der sich ehrgeizig für die Stärkung der Macht des Erzstifts Köln einsetzte. Mit visionären Plänen, ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet zu schaffen, und einer kompromisslosen Politik, stellte er sich sowohl Adeligen als auch Bürgern entgegen. Doch seine wachsende Macht brachte ihm nicht nur Bewunderung, sondern auch gefährliche Feinde.

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Engelbert von Berg

Der Engelbert-Schrein im Kölner Dom ist ein prachtvoll gestaltetes Reliquiar, das die Gebeine des 1225 ermordeten Erzbischofs Engelbert von Berg birgt. Der barocke Schrein, geschaffen im 17. Jahrhundert, beeindruckt mit seiner filigranen Goldschmiedekunst und den kunstvollen Verzierungen, die Engelberts Bedeutung als Heiliger und Märtyrer unterstreichen. Ursprünglich im Dom aufbewahrt, befindet er sich heute in der Schatzkammer des Kölner Doms.


Die frühbarocke Liegefigur wurde, zusammen mit den Statuen von Petrus und Maria, auf Betreiben des Domherrn Heinrich Mering 1665 durch den Kölner Bildhauer Heribert Neuss für den Hochaltar geschaffen. Als Grabfigur stand sie damals hinter dem Altar neben dem kostbaren Engelbertschrein (Quelle: Kölner Dom)


Siegel von Engelbert als Erzbischof von Köln.


Die Grafschaft Berg (später Herzogtum Berg)

Alle in Lila dargestellten Gebiete gehören zur Kölner Kirche. Die Gebiete in Gelb sind direkt dem Kaiser unterstellt. Köln ist zu diesem Zeitpunkt noch fest im linksrheinischen weltlichen Herrschaftsbereich des Erzbistums Köln. Im Norden liegt die Grafschaft Kleve und im Westen das Herzogtum Limburg – zwei der größten Rivalen des Hauses Berg. Nördlich der Grafschaft Berg liegt die zur Kölner Kirche gehörige Exklave Westfalen, mit Essen und Arnsberg.


Die Ermordung Engelberts im Jahr 1225

Der Angriff, der 1225 zu Engelberts Tod durch Friedrich von Isenberg führte. Keine zeitgenössische Darstellung – das Gemälde wurde 1900 von Claus Meyer geschaffen.

Die Ermordung Engelberts von Berg im Jahr 1225 war ein dramatischer Wendepunkt in der Geschichte des mittelalterlichen Köln. Der Erzbischof wurde auf einer Reise in der Nähe von Gevelsberg von seinem eigenen Vetter, Friedrich von Isenberg, und dessen Anhängern überfallen und brutal ermordet.


Unweit des heutigen Severinstores wurde Friedrich von Isenberg, der Mörder von Erzbischof Engelbert I., mit einem Rad hingerichtet.


Friedrich von Isenberg war ein Adliger des frühen 13. Jahrhunderts, dessen Name untrennbar mit der Ermordung seines Vetters, Engelbert von Berg, Erzbischof von Köln, verbunden ist. Als Hauptverantwortlicher für den tödlichen Überfall im Jahr 1225 geriet er in den Fokus von Vergeltungsmaßnahmen und einer breiten öffentlichen Ächtung. Nach einem Jahr auf der Flucht wurde er schließlich gefasst und auf grausame Weise in Köln 1226 hingerichtet.


Walter von der Vogelweide

Der große Dichter des deutschen Mittelalters und Zeitgenosse von Engelbert, Walter von der Vogelweide, beklagte den Tod des Erzbischofs, den er hier als Fürsten betitelt. Das zeigt die Wahrnehmung Engelberts als vorrangig weltlichen Herrscher. Er preist Engelbert und verflucht seinen Mörder:

Mittelhochdeutsch:
»Swes leben ich lobe, des tôt den wil ich iemer klagen.
sô wê im der den werden fürsten habe erslagen
von Kölne! owê des daz in diu erde mac getragen!
Ine kan im nâch sîner schulde keine marter vinden:
im wære alze senfte ein eichîn wit umb sînen kragen.
In wil sîn ouch niht brennen noch zerliden noch schinden
noch mit dem rade zerbrechen noch ouch dar ûf binden,
ich warte allez ob diu helle in lebende welle slinden.«

Hochdeutsche Übersetzung:
»Ich preise sein Leben und betrauere seinen Tod.
Wehe dem, der den edlen Prinzen von Köln erschlug!
Ach, dass die Erde ihn noch ertragen kann!
Ich kenne keine Folter, die groß genug für seine Schuld wäre:
Ein Strick aus Eichenholz um seinen Hals wäre zu sanft für ihn.
Ich will ihn nicht verbrennen, noch in Stücke schneiden,
noch ihm die Haare ausreißen, noch ihn mit dem Rad zermalmen, noch ihn auf dem Rad weben,
ich warte nur jeden Tag, ob die Hölle ihn nicht lebendig verschlingt.«

Walter von der Vogelweide

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Der seit 1981 bestehende Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, die Erhaltung und Ausgestaltung der romanischen Kirchen in der Stadt Köln zu fördern.

Dies bedeutet vor allem die finanzielle Unterstützung der Kirchengemeinden bei substanzerhaltenden Maßnahmen an den Bauten sowie finanzielle Hilfe bei Restaurierungen an Gegenständen der historischen Ausstattungen. Darüber hinaus widmet sich der Verein der wissenschaftlichen Forschung über die Kölner Kirchen. Er veranstaltet öffentliche Besichtigungen und Führungen und sucht durch Vortragsreihen die Kirchen stärker ins allgemeine Bewusstsein zu rücken.


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