#24 Chlodwig und Sigibert – Zwei fränkische Könige im Reich der Franken

#24 Chlodwig und Sigibert – Zwei fränkische Könige im Reich der Franken Eine Geschichte der Stadt Köln

Nach dem Zusammenbruch des (West-)Römischen Reiches befindet sich ganz Europa im Umbruch. Völker, die von den Römern einst abschätzig als Barbaren bezeichnet wurden, gründen ihre Reiche auf dem ehemaligen Gebiet des Imperium Romanum. Am Rhein und im nordöstlichen Gallien sind es die Franken, die einst als rechtsrheinische Nachbarn der Römer nur den Schritt über den Rhein wagten und so ihr Herrschaftsgebiet ausdehnten. Im Gegensatz zu anderen Völkern der so genannten Völkerwanderung mussten sie nicht weit ziehen, um eine neue Heimat zu finden, wie zum Beispiel die Ostgoten und Westgoten. Doch auch wenn eine damalige Landkarte dies suggeriert. Die Herrschaft der Franken in der Region ist nicht völlig einheitlich. Zahllose Kleinfürsten regieren als Quasi-Warlords ihren kleinen Einflussbereich. In Köln residiert ein fränkischer Kleinkönig namens Sigibert im Praetorium, dem ehemaligen Statthalterpalast von Köln. Er macht sich Sorgen um sein kleines Reich. Denn südlich von Köln, rheinabwärts, haben auch die Alemannen ihr Herrschaftsgebiet erweitert und dringen nach Norden vor. Um zu verhindern, dass Köln in die Hände der Alemannen fällt, bittet er seinen Freund Chlodwig, der im nordöstlichen Gallien herrscht, um Hilfe. Chlodwig willigt ein. Was Sigibert nicht weiß. Chlodwig selbst will nicht nur Herrscher über sein fränkisches Teilreich sein. Chlodwig will König aller Franken sein. Und Sigibert steht ihm im Weg. Die Entscheidung, ob die Franken in Zukunft in einem geeinten Reich leben werden, fällt um das Jahr 500 in Köln. Wo sonst 😉

Karte des Machteinflusses von Chlodwig und Sigibert vor ca. 510 n. Chr.

Die Lage der Franken vor den Eroberungen von Chlodwig. „Les Francs rhénans“ ist die französische Bezeichnung für die „ripuarischen Franken“. Diese Franken beherrschen auch Köln am Ende des 5. Jahrhunderts. Im Westen befinden sich die salischen Franken, die bald das vorherrschende fränkische Königreich sein werden. Südlich von Köln, weiter rheinabwärts, dehnen die Alemannen ihre Macht auch auf ehemalige römische Gebiete aus, vor allem auf die ehemalige römische Provinz „Obergermanien“. Diese Einteilung der germanischen Verbände gilt inzwischen aber als veraltet.


By Odejea – Own workD’après :Michel Rouche, Clovis, Éditions Fayard, 1996, isbn2-213-59632-8, page 188.Hermann Kinder et Werner Hilgemann, Atlas Historique, (Traduction de Pierre Mougenot), 1964, réimpression 1983, Éditions Stock, page 112.les frontières indiquées sur cette carte, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8444101

Fränkisches Reich zum Zeitpunkt von Chlodwigs Tod im Jahr 511

Alles in Farbe wurde von Chlodwig erobert und bis zu seinem Tod im Jahr 511 regiert. Dann wurde das Reich unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Köln liegt im Osten wie hier betitelt im „Royaume de Theoderic I“ Königreich von Theoderich I.

König Sigibert von Köln

By © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9485857

Statue von Sigibert dem Lahmen auf dem Turm des Kölner Rathauses

Die Schlacht bei Zülpich

Das Gemälde wurde 1834 von Ary Scheffer für das Historische Museum von Versailles gemalt, 1836 vom französischen Staat erworben und befindet sich heute im Musée National du Château et des Trianon in Versailles, Frankreich. Beide späteren Länder, Deutschland und Frankreich, haben ihre Wurzeln bis zu Chlodwig. Deutsche und Franzosen haben mehr Gemeinsamkeiten, als ihnen bewusst ist, vor allem im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Ein Ereignis, das die Geschichte der westlichen Welt veränderte: Die Taufe von Chlodwig

Gemalt vom „Meister von Saint Giles“ um das Jahr 1500
Die Taufe von Chlodwig, gemalt von einem Unbekannten im 15. Jahrhundert, also tausend Jahre nach diesem Ereignis.
Die Taufe von Chlodwig, Miniatur aus der Vie de saint Denis um 1250


Grabmal von Chlodwig in der Kirche St. Denis in Saint Denis.

Lex Salica

Link zur lateinischen Originalfassung: here

Heutiger Chlodwigplatz

Der heutige Chlodwigplatz mit dem mittelalterlichen Südtor aus dem 12. Jahrhundert. Warum war der Platz so leer, während ich ihn in der Episode als einen belebten und geschäftigen Platz beschrieb? Nun, dank des Covid und der Sperrung während dieser Zeit.

Wenn du das Tor passierst, gehst du auf der Bonner Straße im Severinsviertel. Im Hintergrund ist der Kirchturm der Kirche St. Severin zu sehen. Hier kann man noch erahnen, wie klein der Raum im mittelalterlichen Köln war.

Irgendwann kurz vor Weihnachten, lange bevor die Welt von einer Pandemie heimgesucht wurde

Und vergesst nich die vielen tollen Bars rund um den Chlodwigplatz 😉

St. Gereon, Residenz der fränkischen Könige

Genau hier, vor der Kirche St. Gereon, proklamierte sich Chlodwig zum „König aller Franken“. Die Franzosen und auch die Deutschen sehen in Chlodwig ihren ersten König ihrer beiden späteren Nationen. Und wo ist Chlodwig König aller Franken geworden? Genau, genau hier in Köln 🙂

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