#83 Zwischen Schutz und Abhängigkeit – Kölner Juden im 13. Jahrhundert

Eine Urkunde aus Stein, über 750 Jahre alt, steht bis heute im Kölner Dom: das Judenprivileg von 1266.
Was sagt dieses ungewöhnliche Dokument über das Leben der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Köln – zwischen Schutz, Misstrauen und Machtinteressen?
Ein kurzer Einblick in christlicher Kunst und wie sie Menschen jüdischen Glaubens darstellt, des Jüdischen Viertels in Köln und ein Ausblick ins Spätmittelalter


Player wird nicht korrekt angezeigt? Dann klicke hier


Älteres Bibelfenster


Von Michael Wittwer – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0.

Das Abstillen Isaaks im älteren Bibelfenster. Alle beteiligten Männer tragen sogenannte jüdische Hüte. Dabei handelt es sich um breitkrempige Hüte mit einer spitzen Spitze. In der christlichen Kunst des Mittelalters war dies ein Stilmittel, um Figuren, d. h. Menschen jüdischen Glaubens, als solche darzustellen. Oftmals als Abwertung, manchmal auch nur, um zu zeigen, dass diese Menschen mit dem Judentum verbunden waren.


Schrein der Heiligen Drei Könige

Der Schrein zeigt viele Juden aus dem Alten Testament wie König Salomon auf neutrale Weise als Wegbereiter des Christentums. Aber auch…

In der Passionsszene werden die römischen Legionäre durch zwei Juden ersetzt, die Jesus mit Stöcken schlagen und dämonische Gesichter haben. Die antijudaistische Absicht der christlichen Kunst ist hier deutlich erkennbar.


Das Judenprivileg von 1266 im Kölner Dom


Das Judenprivileg von 1266 im Kölner Dom war ein Dokument, das von Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg ausgestellt wurde und der jüdischen Gemeinde Kölns bestimmte rechtliche Schutzmaßnahmen und Rechte gewährte. Es bekräftigte ihren Status als „servi camerae regis“ (Diener der königlichen Kammer), was bedeutete, dass sie unter dem direkten Schutz des Erzbischofs standen. Das Privileg regelte die Besteuerung, Bestattungsrechte, Rechtsangelegenheiten und Handelsrechte und bot einen gewissen Schutz vor Verfolgung. Es verstärkte jedoch auch die Abhängigkeit der Juden von der Autorität des Erzbischofs. Obwohl solche Privilegien vorübergehend Stabilität boten, blieben sie fragil und konnten in Krisenzeiten widerrufen werden.


Keine neue Folge mehr verpassen? Abonniere meinen Blog!


Wie du den Podcast unterstützen kannst

Hallo, ich bin Willem und mache seit 2019 diesen Podcast als mein zeitintensives Freizeitprojekt neben Familie und Beruf. Ich würde mich freuen, wenn du in Betracht ziehen könntest, diesen Podcast zu unterstützen. Wenn du bis hier hin gescrollt hast, gefällt dir sicherlich, was du bisher gelesen und gehört hast. 🙂

NEU: Unterstütze den Podcast auf Steady

Du hörst gerne Eine Geschichte der Stadt Köln und willst das Projekt unterstützen? Dann schau doch mal auf meiner Steady-Seite vorbei!
Dort kannst du Mitglied werden und hilfst mir dabei, weitere spannende Folgen über Kölns Geschichte zu produzieren. Jede Unterstützung zählt – und als Dankeschön gibt’s exklusive Inhalte und Einblicke hinter die Kulissen.

👉 Hier geht’s direkt zu Steady

PayPal Trinkgeld

Ich freue mich über jede kleine Summe, die du in meinen Hut wirfst. Du kannst das ganz einfach und unkompliziert über Paypal als Einzelspende tun. Herzlichen Dank dafür! Klicke einfach auf den Spenden-Button.

Abonniere & Bewerte!

Abonniere Eine Geschichte der Stadt Köln auf deiner Lieblings-Podcast-Plattform. Auf diese Weise hilfst du mir kostenlos, den Podcast in den Algorithmen dieser Plattformen nach oben zu bringen. Und wenn du dir meine Episoden auf Apple Podcast anhörst, hinterlasse mir gerne eine Bewertung. Du findest eine Liste der gängigsten Podcast-Plattformen hier

Kommentar verfassen