Eine Urkunde aus Stein, über 750 Jahre alt, steht bis heute im Kölner Dom: das Judenprivileg von 1266.
Was sagt dieses ungewöhnliche Dokument über das Leben der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Köln – zwischen Schutz, Misstrauen und Machtinteressen?
Ein kurzer Einblick in christlicher Kunst und wie sie Menschen jüdischen Glaubens darstellt, des Jüdischen Viertels in Köln und ein Ausblick ins Spätmittelalter
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Älteres Bibelfenster


Das Abstillen Isaaks im älteren Bibelfenster. Alle beteiligten Männer tragen sogenannte jüdische Hüte. Dabei handelt es sich um breitkrempige Hüte mit einer spitzen Spitze. In der christlichen Kunst des Mittelalters war dies ein Stilmittel, um Figuren, d. h. Menschen jüdischen Glaubens, als solche darzustellen. Oftmals als Abwertung, manchmal auch nur, um zu zeigen, dass diese Menschen mit dem Judentum verbunden waren.
Schrein der Heiligen Drei Könige

Der Schrein zeigt viele Juden aus dem Alten Testament wie König Salomon auf neutrale Weise als Wegbereiter des Christentums. Aber auch…



In der Passionsszene werden die römischen Legionäre durch zwei Juden ersetzt, die Jesus mit Stöcken schlagen und dämonische Gesichter haben. Die antijudaistische Absicht der christlichen Kunst ist hier deutlich erkennbar.
Das Judenprivileg von 1266 im Kölner Dom

Das Judenprivileg von 1266 im Kölner Dom war ein Dokument, das von Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg ausgestellt wurde und der jüdischen Gemeinde Kölns bestimmte rechtliche Schutzmaßnahmen und Rechte gewährte. Es bekräftigte ihren Status als „servi camerae regis“ (Diener der königlichen Kammer), was bedeutete, dass sie unter dem direkten Schutz des Erzbischofs standen. Das Privileg regelte die Besteuerung, Bestattungsrechte, Rechtsangelegenheiten und Handelsrechte und bot einen gewissen Schutz vor Verfolgung. Es verstärkte jedoch auch die Abhängigkeit der Juden von der Autorität des Erzbischofs. Obwohl solche Privilegien vorübergehend Stabilität boten, blieben sie fragil und konnten in Krisenzeiten widerrufen werden.
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