Ein Blick darauf, wie wohlhabende Bürger verschiedener Klassen auch zu Herrschern wurden, die den Stadtherrn herausfordern konnten. Diese Folge erzählt die Geschichte, wie sich die Kölner „Richerzeche“ (Bruderschaft der Reichen) von einer Gruppe von Kaufleuten, unfreien Ministerialen und Hofrichtern zu einer mächtigen Clique entwickelte, die die Politik des mittelalterlichen Kölns prägte.
In dieser Folge geht es darum, wie die Kölner „Bruderschaft der Reichen“ Richerzeche im 11. Jahrhundert zu politischer Prominenz aufstieg und wie sie zu einer wichtigen politischen Kraft im mittelalterlichen Europa wurde.
Bilder von der Richerzeche?
Leider gibt es hierzu für den Zeitraum keine Bildquellen, die ich euch aufzeigen kann. So ist das nun leider manchmal in diesem Podcast und der historischen Forschung. Daher auch diesmal ein etwas kürzer Homepageeintrag. 🙂
Stadtsiegel Kölns vom 12. Jahrhundert

Dieses erste Siegel aus dem frühen 12. Jahrhundert zeigt den heiligen Petrus, der in der Mitte auf einer Bank sitzt und den Schlüssel zum Himmel in der rechten und das Buch des Lebens in der linken Hand hält. Der heilige Petrus gilt als der Torwächter des Himmels. Wer nach dem Tod in den Himmel kommen will, muss zuerst an Petrus vorbei, der im Buch prüft, ob man würdig ist, hier einzutreten. Ein Torwächter des Himmels, sozusagen. Wer nicht auf der Gästeliste in seinem Buch steht, der kommt nicht rein.
Wie kommt man auf die Idee, den heiligen Petrus für ein Siegel für Köln zu verwenden? Nun, Petrus galt als der Schutzpatron des Kölner Doms und des gesamten Erzbistums. Der damals amtierende Erzbischof sah sich als Vertreter Petri hier vor Ort. Der Mauerring soll natürlich auf die prächtige Kölner Stadtmauer hinweisen, die damals ebenfalls als Prestigeobjekt galt. Natürlich steht die Mauer auch für das himmlische Jerusalem, dem nachgeeifert wird. Das Siegel ist rund und wird von einem Spruchtext umgeben, der ebenfalls auf eine erzbischöfliche Mitgestaltung hinweist.
Dort heißt es nicht, dass dies das Siegel der Bürger der Stadt Köln ist, sondern: „Sancta Colonia dei gratia Romane ecclesiae fidelis filia“. Das ist natürlich Latein und für viele von euch sicher nicht sofort verständlich. Deshalb hier gerne die Übersetzung. Die Transkription lautet übersetzt: „Heiliges Köln, durch Gottes Gnade treue Tochter der römischen Kirche!“
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